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Radfahren · Jordanien · 6 Etappen

Geführte Reise

I love rocks: Geführt durch Jordanien bis ins Wadi Rum

Sechs Radtage durch Jordanien, geführt und mit Gepäcktransport: von Madaba über das Tote Meer, Karak und Petra durch die Wüste des Wadi Rum bis ans Rote Meer nach Aqaba.

Unterwegs im

Kamelkarawane vor den Felsformationen des Wadi Rum

Diese Reise habe ich nicht selbst geplant, sondern gebucht: eine geführte Radreise mit lokalem Guide, Begleitfahrzeug und Gepäcktransport. Für weit entfernte Ziele mache ich das gern, und Jordanien hat sich gelohnt. In sechs Radtagen geht es vom Toten Meer bis ans Rote Meer: von Madaba über Karak und Petra durch die Wüste des Wadi Rum nach Aqaba.

Tag 1: Madaba – Mukawir

Es geht los, und zwar gleich mit 34 Grad. Auf kleinen Asphaltstraßen rollen wir durch das Hügelland südlich von Madaba. Es ist grüner, als ich erwartet habe: Olivenbäume, Wiesen, Pinien, dazwischen einfache Häuser und hier und da eine Ziege am Wegrand.

Moschee mit goldener Kuppel in Madaba am Ankunftstag

Olivenbaum und Blick über das grüne Hügelland rund um Madaba

Unterwegs kommen wir am Berg Nebo vorbei. Von hier oben soll Mose der Überlieferung nach das Gelobte Land gesehen haben. Am Nachmittag erreichen wir Mukawir und übernachten in einem einfachen Homestay. Über dem Ort liegen die Reste von Machaerus, einer Festung von Herodes.

Türkises Mountainbike unter Pinien auf einer grünen Wiese

Gravelweg zwischen einfachen Häusern, am Rand eine Ziege

Wäscheleine und rote Blüten im Hof des Homestays in Mukawir

Tag 2: Mukawir – Totes Meer – Karak

Heute geht es runter, ganz weit runter. Die Abfahrt führt durch karge, gelbbraune Hügel bis ans Tote Meer, das mehr als 400 Meter unter dem Meeresspiegel liegt. Am Ufer glitzern weiße Salzkrusten. Natürlich halten wir kurz an und lassen uns im salzigen Wasser treiben.

Leere Straße durch karge, gelbbraune Hügel

Kurvige Abfahrt Richtung Totes Meer zwischen Felsen und Bergen

Mountainbike am Boden, dahinter jemand aus der Gruppe vor bunten, zerklüfteten Bergen

Weiße Salzkrusten am Ufer des Toten Meeres

Danach wird es heiß. Richtig heiß. Auf dem Dead Sea Highway zeigt mein Garmin 38 Grad an, und Schatten gibt es keinen. Die Straße schneidet durch enge, rote Felsschluchten, und ich merke wieder einmal: Ich liebe diese felsigen Landschaften und Canyons.

Radfahrer auf der Straße durch eine enge, rote Felsschlucht

Selfie mit Helm und Sonnenbrille auf dem Dead Sea Highway

Garmin am Lenker zeigt die Hitze am Toten Meer

Zum Schluss wartet ein langer, teils steiler Anstieg hinauf nach Karak, weiterhin unter der gnadenlosen jordanischen Sonne. Oben thront die Kreuzfahrerburg aus dem 12. Jahrhundert. Mit über 80 Kilometern und mehr als 1.500 Höhenmetern ist das ein wunderschöner, aber wirklich harter Tag. Und so langsam frage ich mich, warum wir für diese Reise eigentlich Mountainbikes brauchen. Bisher war fast alles Asphalt.

Serpentinen im langen Anstieg hinauf nach Karak

Coffee Shop mit jordanischer Flagge am Straßenrand

Tag 3: Karak – irgendwo im Nirgendwo, in Regen und Nebel

Über Nacht stürzen die Temperaturen ab: Statt 38 sind es jetzt 7 bis 13 Grad. Der erste Anstieg ist trotzdem schön, auch wenn es nieselt und die Wolken tief über den Bergen hängen. Dann wird der Regen stärker und der Nebel so dicht, dass wir kaum noch etwas sehen. Wir müssen abbrechen. Das tut weh, denn eigentlich wollte ich genau diese Berge sehen.

In roter Jacke, die Arme verschränkt, unter grauem Himmel

Auf dem Mountainbike unter tief hängenden Wolken, dahinter das Tal

Straßenschild nach Tafila, dahinter Wolken über den Bergen

Den Abend verbringen wir in Dana, einem alten Steindorf am Rand des Dana-Biosphärenreservats, des größten Naturschutzgebiets Jordaniens. Selbst im Nebel hat der Ort etwas.

Abendstimmung im Steindorf Dana im Nebel

Steingasse in Dana, mittendrin ein Esel

Distel vor nebligen Bergen im Dana-Reservat

Kleiner Laden im Nebel, davor sitzt ein Hund

Tag 4: Dana – Shobak, mitten in den Hagelsturm

Der Morgen fängt vielversprechend an: Eine Schafherde zieht über die Straße, und wir radeln mittendurch. Unser erstes Ziel ist die Burg Shobak, eine weitere Kreuzfahrerburg auf einem Hügel über dem Tal. Die Zufahrt ist kurz, aber mit bis zu 17 Prozent knackig steil.

Zimmer mit Steinwand und rotem Teppich

Schafherde auf der Straße, mittendrin zwei Radler

Straße mit der Kreuzfahrerburg Shobak auf dem Hügel

Mauer der Burg Shobak über einem Tal

In der Ruine der Burg Shobak

Eigentlich wollen wir heute bis nach Petra radeln. Doch dann zieht ein Sturm auf, mit Hagel und sogar Schnee. Das Thermometer fällt auf 1 Grad. Wieder müssen wir abbrechen, die Räder landen auf dem Pick-up. Zwei Tage hintereinander so viel schöne Strecke zu verpassen, tut mir in dem Moment richtig im Herzen weh. Aber so ist das draußen: Das Wetter entscheidet mit.

Mountainbikes werden auf einen Pick-up geladen

Hagel bedeckt den Boden unter einer Palme

Ruhetag in Petra

Heute bleibt das Rad stehen, und das ist auch gut so. Petra ist die alte Felsenstadt der Nabatäer. Der Weg hinein führt durch den Siq, eine enge Schlucht mit rot leuchtenden Felswänden. An ihrem Ende öffnet sich der Blick auf das Schatzhaus. Auch wenn man das Bild schon hundertmal gesehen hat: In echt ist es noch beeindruckender.

Rote Felswände im Siq, der Schlucht nach Petra

Erster Blick aus dem Siq auf das Schatzhaus von Petra

Weiter oben wartet das Kloster Ad Deir, rund 800 Stufen über dem Tal. Die Beine haben heute zwar frei, ganz ohne Höhenmeter geht es aber auch an einem Ruhetag nicht.

Das Kloster Ad Deir in Petra

Mit ausgebreiteten Armen vor dem Kloster in Petra

Tag 5: Von Petra in die Wüste des Wadi Rum

Dafür sind wir hergekommen. Die Königsetappe der Reise, und endlich geht es richtig ins Gelände. Es hat wieder 30 Grad, und auf Pisten und steinigen Wegen fahren wir durch eine Landschaft, die mich sprachlos macht: weit, karg, felsig. So habe ich mir Jordanien vorgestellt, und es ist sogar noch besser. Das erste große Highlight dieser Reise. Und jetzt weiß ich auch, wofür wir die Mountainbikes dabeihaben.

Mit dem Mountainbike in der steinigen Wüste

Auf dem Mountainbike über eine Wüstenpiste in Jordanien

Auf einer Wüstenpiste unter blauem Himmel

Beduinenzelt in der Wüste

Mittagspause im Schatten, die Räder liegen im Sand

Durch den Sand auf dem Weg ins Wadi Rum

Nach fast 90 Kilometern ziehen sich die letzten 10 bis zum Dorf Rum ganz schön. Das Leiden ist aber schnell vergessen: Geländewagen holen uns ab und bringen uns über die Sandpisten in unser Wüstencamp. Abends geht die Sonne hinter den Felsen unter.

Radfahrerin am Schild nach Wadi Rum

Jeep auf Sandpisten vor den Felsen des Wadi Rum

Wüstencamp im roten Sand vor Felswänden

Sonnenuntergang über den Felsen des Wadi Rum

Abendessen im Wüstencamp: ein Topf in einer Grube im Sand

Tag 6: Wadi Rum – Aqaba

Ich liebe Felsen. Und davon gibt es im Wadi Rum, seit 2011 UNESCO-Welterbe, mehr als genug. Die ersten 18 Kilometer führen offroad durch die Wüste, und das ist episch: Vor uns laufen Kamele durch den Sand, dahinter ragen Felsformationen auf, die die Erosion über Millionen von Jahren geformt hat. Das zweite große Highlight.

Kamele vor den Felsformationen im Wadi Rum

Mountainbike im roten Sand vor den Felsen des Wadi Rum

Abfahrt über steinigen Untergrund zwischen Felsen

Ein kleines Souvenir nehme ich auch mit: Einmal küsst mein Knie den Sand. Nichts Schlimmes, nur eine Schramme zur Erinnerung.

Aufgeschürftes Knie nach dem Sturz in den Sand

Danach geht es fast nur noch bergab, von gut 900 Metern Höhe bis ans Rote Meer nach Aqaba, wo die Tour endet. Bevor wir nach Hause fliegen, gehe ich noch schnorcheln. Angefangen hat die Reise am Toten Meer, aufgehört im Roten.

Gut zu wissen

  • Geführte Reise: Gebucht habe ich „Jordanien – MTB-Reise vom Toten Meer zum Roten Meer“ bei Hauser Exkursionen, selbst bezahlt. Mit dabei: lokaler Guide, Begleitfahrzeug und Gepäcktransport. Die Route habe ich nicht selbst geplant, deshalb gibt es hier keinen GPX zum Nachfahren.
  • Rad: Die Reise ist als MTB-Reise ausgeschrieben, mein Mountainbike habe ich beim Veranstalter gemietet. Die ersten Tage sind fast nur Asphalt, aber an Tag 5 und 6 im Wadi Rum mit Pisten, Sand und Steinen ist das Mountainbike genau das richtige Rad.
  • Wetter: Anfang April hatten wir alles von 38 Grad am Toten Meer bis zu Hagel, Schnee und 1 Grad im Hochland. Pack Regenjacke und warme Schichten ein, auch wenn es in die Wüste geht.
  • Petra: Der Aufstieg zum Kloster Ad Deir lohnt sich – nimm genug Wasser mit.

Die Route

MadabaAqaba123456

Tag für Tag

  1. Tag 1

    Madaba → Mukawir

    56 km · 730 hm

    • Asphalt 100 %
  2. Tag 2

    Mukawir → Karak

    83 km · 1.570 hm

    • Asphalt 100 %
  3. Tag 3

    Karak → Richtung Tafila

    34 km · 1.070 hm

    Abgebrochen in Regen und dichtem Nebel

    • Asphalt 100 %
  4. Tag 4

    Dana → Richtung Petra

    28 km · 510 hm

    Abgebrochen im Hagel- und Schneesturm

    • Asphalt 99 %
    • Gravel 1 %
  5. Ruhetag

    Petra

    Zu Fuß durch den Siq zum Schatzhaus und hinauf zum Kloster Ad Deir

  6. Tag 5

    Petra → Rum

    87 km · 600 hm

    • Asphalt 52 %
    • Naturweg & Trail 6 %
    • Unbekannt 42 %
  7. Tag 6

    Wadi Rum → Aqaba

    50 km · 90 hm

    • Asphalt 58 %
    • Gravel 22 %
    • Naturweg & Trail 6 %
    • Unbekannt 14 %

Reise-Info

Gesamt
Distanz
338 km
Höhenmeter
4.570 hm
Tage
6
  • Asphalt 81 %
  • Gravel 3 %
  • Naturweg & Trail 3 %
  • Unbekannt 13 %
Veranstalter
Hauser Exkursionen
Inklusive
Lokaler Guide, Begleitfahrzeug, Gepäcktransport
Rad
Mountainbike, beim Veranstalter gemietet. Spätestens im Wadi Rum lohnt es sich.

Diese Reise habe ich geführt gebucht und nicht selbst geplant. Die Skizze zeigt, wo wir gefahren sind, und ist keine Route zum Nachfahren. Gestrichelt: Transfers.