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Bikepacking · Schottische Highlands & Isle of Skye · 6 Etappen

Bett

Dry is the new aero: Bikepacking in Schottland & auf der Isle of Skye

Sechs Tage mit dem Gravelbike von Loch Lomond über die Isle of Skye bis nach Inverness – mit viel Regen, Highland-Rindern und einem Hike-a-Bike durch Bäche.

Unterwegs im

Highland-Rinder liegen neben der Straße am Loch

Schottland im Mai: sechs Tage mit dem Gravelbike durch die Highlands, über die Isle of Skye und am Loch Ness entlang. Es regnet viel, der Wind bläst meistens von vorn, und trotzdem bleibt diese Tour unvergesslich – wegen der Landschaft, wegen eines verrückten Gravelstücks am fünften Tag und wegen all der kleinen britischen Premieren unterwegs. Die Route führt von Balloch am Loch Lomond über Glenfinnan, Skye und Fort Augustus nach Inverness.

Tag 1: Linksverkehr und britische Premieren

Die Reise beginnt mit einem Umweg, den keiner geplant hat: Wir verpassen in London den Anschlussflug und kommen 26 Stunden zu spät in Glasgow an. Die erste geplante Etappe fällt damit weg. Mit Komoot baue ich die Route so um, dass wir wieder auf den ursprünglich geplanten Track kommen. Ein Regionalzug bringt uns samt Rädern nach Balloch, und los geht's.

Zwei bepackte Gravelbikes im Radabteil des Regionalzugs

Ein Stück rollen wir auf einem ruhigen Radweg am Ufer von Loch Lomond, den größten Teil des Tages aber auf einer recht großen Straße. Die Aussicht entschädigt: wolkenverhangene Berge, Schafe mit schwarzen Köpfen, Seen, die irgendwo im Grau verschwinden. Die größte Herausforderung ist nicht die Strecke, sondern die Straßenseite. Links fahren, links abbiegen, im Kreisverkehr bloß nicht falsch einordnen – das braucht am Anfang meine ganze Konzentration.

Asphaltierter Radweg unter Bäumen am Ufer von Loch Lomond

Schafe mit schwarzen Köpfen auf einer Wiese vor wolkenverhangenen Bergen

In einem Café lerne ich Fruit Scones kennen, und dabei bleibt es nicht: Weitere britische Premieren sind Chips and Gravy, ein Bacon and Egg Roll und Shortbread.

Fruit Scone mit Sahne, Heidelbeeren und Marmelade

Carla in roter Jacke mit dem Rad am Straßenrand, dahinter grüne Hügel

Wir werden nass. Mehrmals. Zwischen zwei Schauern taucht am Loch Awe die Ruine von Kilchurn Castle unter den tiefen Wolken auf, und spätestens da ist klar: Das ist trotz allem ein wunderschöner Start in die Woche.

Die Ruine von Kilchurn Castle an Loch Awe unter tiefen Wolken

Tag 2: Robben, das Harry-Potter-Viadukt und ein Pod am Meer

Am Morgen in Barcaldine warten wir erst einmal, bis der Regen aufhört. Das Warten lohnt sich: Den restlichen Tag bleiben wir größtenteils trocken. Kurz nach dem Start liegt Castle Stalker auf seiner kleinen Insel im Loch, und ein Stück weiter entdecken wir Robben.

Castle Stalker auf seiner kleinen Insel im Loch Laich

Bepacktes Gravelbike an einer Bank, im Hintergrund Castle Stalker

Rund um Fort William treffen wir ein paar fragwürdige Routenentscheidungen. Man hatte uns geraten, nur hineinzufahren, wenn es gar nicht anders geht – aber die einzige Apotheke und der einzige Geldautomat weit und breit sind nun mal dort, und Hunger haben wir auch. Im Nachhinein kann ich den Rat nur unterschreiben: Wenn du kannst, fahr nicht nach Fort William hinein.

Dafür wartet danach das erste Highlight: Glenfinnan und das Viadukt, über das in den Harry-Potter-Filmen der Hogwarts-Express fährt. Wir machen Pause, schauen uns den alten Speisewagen an und rollen dann weiter Richtung Westen.

Das Glenfinnan-Viadukt hinter Bäumen und einem Bach

Carla lachend mit Helm vor dem Glenfinnan-Viadukt

Bikes am grün-cremefarbenen Glenfinnan Dining Car

Die Straße zwischen Glenfinnan und Arisaig schlängelt sich durch Hügel und Berge, vorbei an Loch Eilt mit seiner kleinen Kieferninsel. Es fühlt sich fast alpin an. Am Abend beziehen wir unseren Glamping-Pod – direkt auf den Felsen am Meer, mit Blick aufs Wasser von der Terrasse aus.

Kleine Insel mit Kiefern in Loch Eilt

Holz-Glamping-Pod auf den Felsen an der Küste bei Arisaig

Gravelbikes auf der Terrasse des Pods mit Blick aufs Meer

Tag 3: Sky(e)walker – ziemlich nass und ziemlich schön

Von Mallaig nehmen wir die Fähre auf die Isle of Skye. Unterwegs taucht im Wasser etwas auf – ein Delfin oder ein Wal, so genau können wir das nicht sagen.

Die Räder an der Wand der Fähre nach Skye

Auf Skye empfängt uns heftiger Regen. Beim Mittagessen denken wir ernsthaft darüber nach, den Tag abzubrechen. Was mich rettet, ist mein Regencape: Dry is the new aero. Wir fahren weiter – und werden belohnt. Der Nachmittag ist das zweite Highlight der Tour: Wir fahren über die Hügel und Pässe von Skye, mit starkem Gegenwind, aber unter blauem Himmel, und vor uns stehen die dunklen Zacken der Cuillin-Berge.

Carla im roten Regencape mit nassem Helm

Im roten Regencape auf einer leeren Straße unter blauem Himmel

Ein Scone mit Butter auf einem Teller

Bepacktes Gravelbike an einer Steinmauer vor den Cuillin-Bergen auf Skye

Schaf und Lamm im Gras an einem Loch auf Skye

Die Nacht verbringen wir in Dunvegan. Die Unterkunft dort kann ich leider nicht empfehlen.

Tag 4: Hart, härter, Schottland

Dieser Tag auf Skye ist zäh. Meine Beine brennen bei jedem Höhenmeter, und wir versuchen die ganze Zeit, dem Regen davonzufahren. Irgendwann finden wir einen Bus, der Räder mitnehmen soll. Tut er dann nicht. Also wieder rauf aufs Rad.

Nasse, einspurige Straße durchs Moor auf Skye

Auf den Abfahrten erwischen uns heftige Seitenwinde, die das Rad unangenehm versetzen. Es gibt Momente echter Verzweiflung an diesem Tag, und trotzdem genieße ich es irgendwie.

Carla mit dem Rad am Schafe-Warnschild, dahinter dunkle Berge

Belohnung am Abend: eine super Unterkunft in Broadford, mit großer Badewanne. Genau das Richtige für meine Beine.

Tag 5: Epische Landschaft, ein verrücktes Gravelabenteuer und Highland-Rinder

Zurück aufs Festland geht es mit der kleinen, sehr niedlichen Fähre von Kylerhea nach Glenelg. Danach folgt eine wunderschöne Küstenstraße bis Corran – nur blasen Wind und Regen uns dabei fast vom Rad.

Die kleine Drehscheibenfähre zwischen Kylerhea und Glenelg

Küste mit kleiner Insel und Bergen auf der anderen Seite des Lochs

Mittagspause machen wir in einer kleinen Hütte in Arnisdale: Tomatensuppe und ein Toastie.

Tomatensuppe und Toastie zum Mittagessen

Gravelbike am Zaun der kleinen Holzhütte in Arnisdale

Und dann kommt das Stück, das diese Reise zu einem echten Abenteuer macht: Gravel und teilweise Hike-a-Bike hinüber nach Kinlochhourn. Wir fahren auf zwei Spuren aus Gravel und Gras durch ein Hochtal, unter uns ein Loch zwischen grünen Bergen, und ein paar Mal tragen wir die Räder durch Bäche. Die Schuhe sind danach nass, und zwar endgültig. Oben erwischen uns Regen und Hagel, bevor wir zu Fuß wieder absteigen. Episch – und für mich das dritte Highlight der Tour.

Blick über die Lenkertasche auf einen Loch zwischen grünen Bergen

Carla mit dem Rad über dem Loch, ein Gravelweg schlängelt sich ins Tal

Auf zwei Fahrspuren aus Gravel und Gras durchs Hochtal

Carla trägt ihr Rad durch einen steinigen Bach

Ein nasser, dreckiger Radschuh im Gras

Mit Rückenwind und nur noch gelegentlichen Schauern geht es weiter. Rund um Loch Quoich und Loch Poulary ist die Landschaft noch einmal unglaublich schön, und am Ufer stehen Highland-Rinder mit ihren Kälbern direkt am Wasser und neben der Straße.

Highland-Rind mit Kalb am Ufer eines Lochs

Als wir in Fort Augustus ankommen, sind wir fix und fertig. Ein epischer Tag – aber so, so nass.

Tag 6: Keine Spur von Nessie

Die letzte Etappe ist kurz und landschaftlich schön. Zum Frühstück gibt es Scones mit Marmelade, dann fahren wir am berühmten Loch Ness entlang und ein Stück darüber nach Inverness. Nessie lässt sich nicht blicken.

Scones mit Marmelade und Kaffee zum Frühstück

Gravelbike vor dem Camerons Tea Room & Farm Shop

Blick auf Loch Ness von der Uferstraße

Ganz ohne Drama geht es aber nicht: Ein Reifen verliert langsam Luft. Vermutlich ist das gestern auf dem verrückten Gravelstück passiert.

In der Hauptstadt der Highlands genießen wir noch einen Nachmittag und einen Abend, bevor es mit Zug und Flugzeug zurück nach Hause geht. Was für eine Reise.

Pie mit Kartoffelbrei, Gemüse und einem Kännchen Soße

Zugticket von Inverness nach Glasgow mit Radreservierung

Gut zu wissen

  • Anreise: Von Glasgow fährt ein Regionalzug nach Balloch, eine Radreservierung brauchst du dafür nicht.
  • Rückreise: Für den Zug von Inverness zurück nach Glasgow ist eine Radreservierung Pflicht, und die Plätze sind begrenzt. Reservier früh.
  • Linksverkehr: Gerade an den ersten Tagen braucht das Fahren auf der linken Seite viel Konzentration, vor allem beim Abbiegen und in Kreisverkehren.
  • Strecke: Ein Teil der Route verläuft auf recht großen Straßen. Besonders schön sind Tag 3 auf Skye sowie Tag 5 und 6. Fort William würde ich meiden, wenn es irgendwie geht.
  • Tag 5: Das Stück nach Kinlochhourn ist Gravel mit Schiebe- und Tragepassagen und Bachquerungen. Plane mehr Zeit ein und rechne mit nassen Füßen.
  • Regen und Wind: Pack wirklich gute Regenkleidung ein – mein Regencape war Gold wert. Auf Skye können die Seitenwinde auf Abfahrten heftig sein.
  • Busse: Verlass dich nicht darauf, dass ein Bus dein Rad mitnimmt. Frag vorher nach.
  • Fähren: Auf die Isle of Skye geht es mit der Fähre ab Mallaig, zurück aufs Festland mit der kleinen Fähre von Kylerhea nach Glenelg.

Etappen & Unterkünfte

  1. Etappe 1

    Balloch → Barcaldine

    132 km · 880 hm

    • Asphalt 88 %
    • Naturweg & Trail 5 %
    • Unbekannt 7 %

    Airbnb Barcaldine

    B&B · Barcaldine

  2. Etappe 2

    Barcaldine → Arisaig

    116 km · 630 hm

    • Asphalt 96 %
    • Gravel 2 %
    • Naturweg & Trail 1 %
    • Unbekannt 1 %

    Glamping Pod Arisaig

    Hütte · Arisaig

    Holz-Pod direkt am Meer, die Räder stehen auf der Terrasse.

  3. Etappe 3

    Arisaig → Dunvegan

    112 km · 940 hm

    • Asphalt 99 %
    • Unbekannt 1 %

    Airbnb Dunvegan

    B&B · Dunvegan

    Leider nicht zu empfehlen.

  4. Etappe 4

    Dunvegan → Broadford

    82 km · 760 hm

    • Asphalt 99 %
    • Unbekannt 1 %

    Airbnb Broadford

    B&B · Broadford

    Super Unterkunft – mit großer Badewanne, genau richtig nach einem harten Tag.

  5. Etappe 5

    Broadford → Fort Augustus

    111 km · 1.400 hm

    • Asphalt 87 %
    • Gravel 8 %
    • Unbekannt 5 %

    Glamping Pod Loch Ness Highland Resort

    Hütte · Fort Augustus

  6. Etappe 6

    Fort Augustus → Inverness

    52 km · 560 hm

    • Asphalt 99 %
    • Naturweg & Trail 1 %

    Bazpackers Inverness

    Gasthof · Inverness

    Hostel.

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